Faszination Forschung

Die Reihe »Wissenschaft beim Göttinger Literaturherbst« der fünf Max-Planck-Institute und der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen präsentiert zum 13. Mal ein breitgefächertes Spektrum an Themen aus der Spitzenforschung in allgemeinverständlicher Form. Lernen Sie Faszinierendes aus der Welt der Wissenschaft und diskutieren Sie mit!

 

 

Martin Wikelski - Das Internet der Tiere

Tiere aus dem Weltraum beobachten – das ist die stark vereinfachte Erklärung des Projekts ICARUS (International Cooperation for Animal Research Using Space). Das satellitengestützte System verspricht bedeutende Erkenntnisse über das globale Wanderverhalten und das Leben kleinerer Tiere wie Vögel oder Fledermäuse. Rückschlüsse auf Krankheitsausbreitungen, Erkenntnisse zum Klimawandel und zur Katastrophenvorhersage – all das könnte durch ICARUS möglich sein. Martin Wikelski, Direktor am MPI für Ornithologie in Radolfzell und Leiter der ICARUS-Mission, erklärt das System zur Tierbeobachtung im Dialog mit Herbert Jäckle (MPI für biophysikalische Chemie).

In Kooperation mit der Max-Planck-Gesellschaft und der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen.

Foto: privat

 

Freitag, 18. Oktober

19 Uhr, Paulinerkirche

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Thorsten Dambeck - Das Apollo-Projekt

Vor 50 Jahren landete Neil Armstrong auf dem Mond und verkündete den »großen Schritt für die Menschheit«. Doch die spektakuläre Mission der Apollo 11 hatte entscheidende Wegbereiter. Der Physiker Thorsten Dambeck erzählt in Das Apollo-Projekt (Kosmos 2019) die gesamte Geschichte der Apollo-Missionen: Wie gestalteten sich die Anfänge der Mondraumfahrt? Wie lief das Wettrennen um das All in den 1960ern wirklich ab? In seinem fundiert recherchierten Band mit faszinierenden Fotos der NASA gelingt Dambeck eine spannende und authentische Schilderung des Abenteuers Mondlandung. Nach dem Vortrag spricht der Autor mit Sami Solanki (MPI für Sonnensystemforschung).

In Kooperation mit der Max-Planck-Gesellschaft und der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen.

Foto: privat

 

Samstag, 19. Oktober

19 Uhr, Paulinerkirche 

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Johannes Krause - Die Reise unserer Gene

Unsere Gene beweisen: Wir sind alle Migranten. Johannes Krause, Direktor am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte, ist Experte für die Entschlüsselung der DNA aus alten Knochen. Mit seiner Forschung liefert er Fakten zu Wanderungsbewegungen der Menschheit. In seinem Buch Die Reise unserer Gene (Propyläen 2019, zusammen mit Thomas Trappe) stellt er klar: Den europäischen Urmenschen gibt es nicht. Und er erklärt, was unsere genetischen Beziehungen zu Frühmenschen mit heutigen Migrationsdebatten zu tun haben. Der Wissenschaftler, der schon mit Svante Pääbo an der Sequenzierung des Neandertalergenoms arbeitete, spricht im Anschluss an seinen Vortrag mit Patrick Cramer (MPI für biophysikalische Chemie).

In Kooperation mit der Max-Planck-Gesellschaft und der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen.

Foto: Anna Schroll

 

Sonntag, 20. Oktober

19 Uhr, Paulinerkirche

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Bruce Allen - Wie sich mit Gravitationswellen das Verschmelzen von Schwarzen Löchern beobachten lässt

Albert Einstein hatte sie vorausgesagt, ihre direkte Messung aber für unmöglich gehalten: Kräuselungen der Raumzeit, sogenannte Gravitationswellen. Trotzdem haben Forscher nach ihnen gefahndet. Rund 100 Jahre nach Einsteins Vorhersage gelang Wissenschaftlern erstmals die Beobachtung von Gravitationswellen, die während des letzten Sekundenbruchteils der Verschmelzung zweier Schwarzer Löcher entstanden sind. Bruce Allen, Direktor des MPI für Gravitationsphysik, war daran entscheidend beteiligt. Im Gespräch mit Helmut Grubmüller (MPI für biophysikalische Chemie) berichtet er, wie die Beobachtung gelang und wie uns Gravitationswellen ein neues Fenster zum Universum öffnen. Vortrag auf Englisch.

In Kooperation mit der Max-Planck-Gesellschaft und der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen.

Foto: Frank Vinken

 

Montag, 21. Oktober

19 Uhr, Paulinerkirche 

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Frank Vorpahl - Der Welterkunder

Wer war Georg Forster wirklich? Seit einigen Jahren ist das Interesse an dieser faszinierenden Figur der deutschen Zeitgeschichte sehr groß. Einer, der sich besonders leidenschaftlich mit Forster beschäftigt, ist der Historiker und ZDF-Redakteur Frank Vorpahl. Jahrzehntelang begab er sich auf Spurensuche entlang der Route des Weltumseglers James Cook, den Forster begleitete. Vorpahl kuratierte die erste Forster-Dauerausstellung und widmet dem Naturforscher, Ethnologen und Philosophen nun sein Buch Der Welterkunder (Galiani Berlin 2018). Über den großen Entdecker und Aufklärer spricht Vorpahl an diesem Abend und diskutiert im Anschluss mit Patrick Cramer (MPI für biophysikalische Chemie).

In Kooperation mit der Max-Planck-Gesellschaft und der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen.

Foto: privat

 

Dienstag, 22. Oktober

19 Uhr, Paulinerkirche 

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Julia Fischer und Katja Liebal - Emotionen im Feld

Seit ihrer ersten Begegnung bewundert Katja Liebal, Professorin für Vergleichende Entwicklungspsychologie an der FU Berlin, die Kollegin Julia Fischer »für ihre klare Forschungsagenda und ihr selbstbewusstes Auftreten im Wissenschaftszirkus.« Für den Gesprächsband Emotionen im Feld (transcript 2019) hat Liebal die Leiterin der Abteilung Kognitive Ethologie am Deutschen Primatenzentrum nun zu ihren Gefühlen befragt: Wie erforscht man trotz immer wieder ängstigender und belustigender Situationen möglichst emotionsfrei unsere nächsten Verwandten im Feld?
Mit den beiden Wissenschaftlerinnen spricht Fred Wolf (MPI für Dynamik und Selbstorganisation).

In Kooperation mit der Max-Planck-Gesellschaft und der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen.

Fotos: Oliver Möst, transcript Verlag

 

Mittwoch, 23. Oktober

19 Uhr, Paulinerkirche 

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Sabine Hossenfelder - Das hässliche Universum

Seit über 20 Jahren forscht die theoretische Physikerin Sabine Hossenfelder auf ihrem Gebiet und ist zunehmend unzufrieden mit den Prämissen: Ihre Kolleginnen und Kollegen erkennen die Welt nicht als das, was sie ist, als Das hässliche Universum (S. Fischer 2018). Schöne Theorien dominieren die Physik und Hossenfelder ist sich sicher: Durch das Fest halten am Primat der Schönheit gibt es seit mehr als vier Jahrzehnten keinen Durchbruch in der Grundlagenphysik. Über schöne und hässliche Theorien klärt die Forscherin, die derzeit als Research Fellow am Frankfurt Institute for Advanced Studies arbeitet, an diesem Abend auf und diskutiert ihre enthusiastische Desillusionierung im Anschluss mit Stephan Herminghaus (MPI für Dynamik und Selbstorganisation).

In Kooperation mit der Max-Planck-Gesellschaft und der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen.

Foto: Jörg Steinmetz

 

Freitag, 25. Oktober

19 Uhr, Paulinerkirche

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Eva Illouz - Warum Liebe endet

Wie steht es um unsere Beziehungen in Zeiten von Speeddating und Tinder? Eva Illouz, Professorin für Soziologie an der Hebräischen Universität von Jerusalem und Studiendirektorin am Centre européen de sociologie et de science politique, CSE-EHESS, in Paris, erforscht seit vielen Jahren die Rückwirkungen des Kapitalismus auf das Liebesleben und wirft einen prüfenden Blick auf die daraus resultierenden Liebesmodelle. Nachdem sie zuletzt erläuterte, Warum die Liebe weh tut, erklärt sie in ihrem neuesten Buch anhand von Gesprächen mit unterschiedlichsten Personen eingehend, Warum Liebe endet (Suhrkamp 2018). Nach ihrem Vortrag diskutiert Frau Illouz mit Frauke Alves (MPI für Experimentelle Medizin). Veranstaltung in englischer Sprache.

In Kooperation mit der Max-Planck-Gesellschaft und der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen.

Foto: Kobi Wolf

 

Samstag, 26. Oktober

19 Uhr, Paulinerkirche

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Johannes Frasnelli - Wir riechen besser als wir denken

Der Geruchssinn steuert unser Verhalten viel mehr als wir denken. Johannes Frasnelli, Professor für Anatomie an der Universität Québec Trois-Rivières, hat sich ganz der Erforschung des Riechvermögens und dessen umfassender Wirkung auf das menschliche Gehirn verschrieben. Der Mediziner und Neurowissenschaftler klärt in seinem Buch Wir riechen besser als wir denken (Molden 2019) über die neuesten Erkenntnisse aus der Geruchsforschung auf. Wie verändern Ängste und Depressionen unser Riechvermögen? Was hat Riechen mit Alzheimer zu tun? Auch darum geht es in dem Vortrag und im anschließenden Gespräch mit Walter Stühmer (MPI für Experimentelle Medizin).

In Kooperation mit der Max-Planck-Gesellschaft und der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen.

Foto: Amanda Tétrault

Sonntag, 27. Oktober

19 Uhr, Paulinerkirche

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