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Denis Scheck im Interview

Warum sollten wir Sachbücher lesen, lieber Denis Scheck?

Um die Welt und uns selbst ein wenig besser zu verstehen.

Literaturpreise gibt es bereits zuhauf. Warum brauchen wir nun unbedingt einen Sachbuchpreis?

Tatsächlich gibt es viel zu wenige Preise für gute Sachbücher. Deshalb habe ich begeistert zugesagt, als mich der Börsenverein des deutschen Buchhandels fragte, ob ich bei der Premiere des Deutschen Sachbuchpreis mitmache. Natürlich ist die Überlegung dahinter, ein Pendant zum ja sehr erfolgreichen Deutschen Buchpreis zu etablieren, der sich binnen weniger Jahre als gutes Instrument zur Erzeugung von Aufmerksamkeit erwies.

Was ist das erste Sachbuch ihres Lebens, das in Ihnen in Erinnerung geblieben ist?

Isaac Asimovs "Unsere Welt im All" - Ausgangspunkt für ein lebenslanges Interesse an Astronomie. Kunststück, bei der Mondlandung war ich fünf.

Was macht ein gutes Sachbuch aus?

Zum Beispiel einen auf die Idee zu bringen, zum Mond zu reisen. Ein gutes Sachbuch wendet genau wie ein guter Roman mit sanften Ohrfeigen meinen Blick in eine Richtung, in die ich freiweillig nicht geguckt hätte.

Wie sind Sie dazu gekommen, Jurymitglied des Deutschen Sachbuchpreises zu werden?

Man hat mich gefragt.

Was reizt Sie an der Arbeit als Jurymitglied?

Die Ansichten meiner Kollegen.

Wie laufen die Jurysitzungen unter Coronabedingungen ab?

Wir haben einige Schalten absolviert, die Shortlist aber bei einem Treffen in Berlin erstellt. Die Arbeit war fokussiert und sehr anregend.

Werfen Sie beim Sachbuchpreis auch Bücher? ODER Welches Sachbuch wollten Sie zuletzt werfen?

Ebenso wenig wie Laurel und Hardy sich privat ins Auge pieksten, wenn die Kamera nicht lief, werfe ich mit Büchern, wenn ich nicht gerade die Bestsellerliste für "Druckfrisch" bespreche. Aber bei der lausigen Kamala-Harris-Biographie von Dan Morain juckte es mich schon in den Fingern. Ziemlich flach ist übrigens auch ihr eigenes Buch ..

Die Auszeichnung „geht an ein herausragendes (…) Sachbuch, das Impulse für die gesellschaftliche Auseinandersetzung gibt“, heißt es auf der Seite das Sachbuchpreises. Welche gesellschaftliche Auseinandersetzung brauchen wir derzeit ihrer Meinung nach am dringendsten?

Eine Offenbarung hielt für mich Bernd Stegemanns "Die Öffentlichkeit und ihre Feinde" bereit. Wir sollten die Übergriffe der Identitätspolitik auf die Freiheit der Kunst scharf im Auge behalten.

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